ADAC testet Gurtadapter für Schwangere - Vier getestete Systeme versagen im Crashtest

München (ots) Hersteller von Schwangerschaftsgurten suggerieren ein hohes Verletzungsrisiko für ungeborene Kinder durch herkömmliche Gurte. Sogenannte Gurtadapter sollen dieses Risiko minimieren, indem sie den Beckengurt neu positionieren.

Der ADAC hat deshalb vier verschiedene Gurtadapter-Konzepte in Anschnall- und Crashtestversuchen überprüft: Systeme mit Metallhaken, Kunststoffhaken, Gummizug mit Druckknöpfen und mit Zusatzgurt.

Die repräsentativen Anschnallversuche mit schwangeren Probandinnen zeigten, dass die Gurtadapter zwar als etwas mühsamer empfunden werden, aber alle den Mehraufwand in Kauf nehmen würden, wenn dadurch das Verletzungsrisiko für das ungeborene Kind reduziert würde.

gurthaltesystem-schwangere-adac-test Bildunterschrift: ADAC Testzentrum, Landsberg am Lech. Crash Tests, Ruckhaltesysteme, Gurtsysteme für Schwangere Bildrechte: ADAC/Martin Hangen Fotograf: Martin Hangen

Umso erschreckender sind die Ergebnisse der Crashtest-Versuche: Die zusätzlichen Rückhaltesysteme reduzieren die Belastung für Babys nicht, sie erhöhen sie sogar. Zudem hielt keiner der getesteten Gurtadapter den wirkenden Kräften stand oder konnte beim Aufprall den Beckengurt in einer tieferen Position halten. Stattdessen verschlechterten die Gurtadapter die Umschlingung und somit die Rückhaltung des Beckens. Das führte zu erhöhten Belastungen an Brust, Bauch und Becken. Die am Bauch und am Becken gemessenen Beschleunigungen steigen um bis zu 30 Prozent. Elemente aus hartem Kunststoff und Metall stellen zudem ein zusätzliches Verletzungsrisiko dar.

Bei den Crashtests zerbrachen darüber hinaus die Kunststoffhaken; die Metallhaken und das Schloss des Zusatzgurtes drückten von unten auf den Schwangerenbauch.

Ein weiterer Nachteil der Schwangerengurte ist, dass beim Anschnallen bis zu 30 Zentimeter mehr Gurtband benötigt wird. Der Gurt liegt dann weniger eng am Körper bzw. der Hüfte an. Dadurch steigt das Risiko eines Zusammenpralls mit dem Lenkrad, zumal alle getesteten Systeme dazu führen, dass sich der Bauch des Dummys beim Crash weiter nach vorn bewegt als mit dem herkömmlichen Gurt.

Der ADAC rät dringend von der Verwendung von Gurtadaptern ab. Die getesteten Systeme sind nicht zu empfehlen. Weder bieten sie mehr Komfort, noch erhöhen sie die Sicherheit. Schwangere sind laut ADAC Unfallforschung beim Autofahren keinem höheren Risiko ausgesetzt als andere Autofahrerinnen. Der Systemvergleich hat auch gezeigt, dass der richtig angelegte herkömmliche Dreipunktgurt nicht auf den Babybauch drückt - er bietet bei einem Unfall einen sicheren Schutz und stellt keine Gefahr für schwangere Frauen oder das ungeborene Baby dar. Der Beckengurt sollte dabei möglichst tief unter den Bauch gelegt werden, Jacken sollten idealerweise ausgezogen oder zumindest an der Hüfte nicht unter dem Gurt liegen.

Gurtadapter für Schwangere: Sicherheitslösung oder Mythos?

In der Welt der Automobilsicherheit für Schwangere tauchen Gurtadapter als potenzielle Lösung auf, um den Schutz von werdenden Müttern und ihren ungeborenen Kindern während der Autofahrt zu verbessern. Diese speziellen Adapter sollen das vermeintliche Risiko herkömmlicher Sicherheitsgurte minimieren, indem sie den Beckengurt neu positionieren. Doch was steckt wirklich hinter dieser Innovation, und sind Gurtadapter die Antwort auf die Sicherheitsbedenken von schwangeren Fahrerinnen?

Was sind Gurtadapter für Schwangere?

Gurtadapter für Schwangere sind speziell konzipierte Vorrichtungen, die entwickelt wurden, um werdenden Müttern während der Autofahrt mehr Komfort und Sicherheit zu bieten. Ihr Hauptzweck besteht darin, den Beckengurt so zu positionieren, dass er den wachsenden Babybauch nicht beeinträchtigt. Hersteller versprechen, dass dies das Verletzungsrisiko für das ungeborene Kind verringert und gleichzeitig den Fahrkomfort für die Schwangere erhöht.

rueckhaltesystem-schwangere-gurtesysteme Bildunterschrift: Getestete Gurtadapter für Schwangere: Von links nach rechts:- Gurtadapter mit "Kunststoffhaken"- Gummizug mit Druckknöpfen- Gurtadapter mit "Metallhaken"- Zusatzgurt Bildrechte: ©ADAC/Martin Hangen Fotograf: Martin Hangen

Was sollen sie bewirken?

Die erklärte Absicht der Gurtadapter besteht darin, die Belastung auf den Babybauch zu minimieren und somit das Wohlbefinden der schwangeren Fahrerin zu verbessern. Durch die Neujustierung des Beckengurts sollen sie dafür sorgen, dass dieser optimal und sicher über den Bauch verläuft, ohne dabei unangenehmen Druck auszuüben.

Bis wann sollte man schwanger Auto fahren?

Die Entscheidung, während der Schwangerschaft Auto zu fahren, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel wird empfohlen, so lange wie möglich mobil zu bleiben, solange keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen. Es ist jedoch ratsam, im letzten Schwangerschaftsdrittel besonders vorsichtig zu sein und regelmäßige Pausen einzulegen, um die Beine zu entlasten. Es ist immer wichtig, individuelle gesundheitliche Aspekte mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und gegebenenfalls professionelle Ratschläge einzuholen.

Die Debatte über die Wirksamkeit von Gurtadaptern für Schwangere kontrovers. Während einige Hersteller behaupten, dass sie einen signifikanten Beitrag zur Sicherheit leisten, raten Experten, darunter der ADAC, eher von ihrer Verwendung ab.

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Anschnallen in der Schwangerschaft finden Sie auf https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/ausstattung/schwangerschaftsgurte-auto/

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